Zhiyun Weebill s – Erster Eindruck und Test

Zhiyun ist aktuell der Gimbal-Hersteller schlecht hin! Klar gibt es noch DIJ oder Feiju-Tech und wie sie sonst noch alle heißen. Aber Zhiyun ist meiner Meinung nach einer der innovativsten und kompaktesten Gimbal Hersteller (bezogen auf die zuladbare Last). Wenn ihr meinen Beitrag zum Zhiyun Crane Plus gelesen habt (Link), wisst ihr ja schon, dass ich ein Gelegenheitsfilmer bin und mich größtenteils auf Hochzeiten, YouTube und Kurzvideos beschränke. Mein „Main Setup“ besteht aus der Sony a7III mit dem Tamron 28-75 und dem Rode Videomic GO. Wie gut diese Kombination auf dem Weebill s aussieht und was ich alles noch add-on packe, erfahrt ihr in diesem Beitrag 🙂

Anzeige: Dieser Beitrag bzw. dessen Bewertung wird nicht finanziert oder gesponsert! Die Sachen sind selbst gekauft und getestet. Foto-Leistenschneider hat uns das Gimbal zu einem rabattierten Preis verkauft, was aber keinen Einfluss auf unsere Meinung oder Bewertung hat. Auch ihr könnt diesen Rabatt erhalten, wie das funktioniert erfährt ihr hier: Link

Zahlen, Daten & Fakten

Ich habe mich für das Weebill s Transmission Kit von Zhiyun bei Foto-Leistenschneider entschieden (Link zu Shop). Da bekommt man zu seinem normalen Zhiyun Weebill S (inklusive einiger Kabel, Akkus, Tripod etc.) noch den Image Transmission Transmitter (inkl. weiterer Kabel wie z.B. HDMI), den Servo Zoom / Focus Motor (MAX) und die Smartphone Halterung. Ordentliches Paket mit viel Equipment zum Spielen. Gefällt mir!

Hier noch ein paar wichtigen Fakten:

  • 300% verbessertes Motordrehmoment ggü. Weebill Lab
  • 50% Steigerung der Reaktionsfähigkeit ggü. Weebill Lab
  • Gewicht: ca. 925 g
  • Packmaß: 300 mm x 210 mm (so groß wie ein DIN A4 Papier)
  • 2x 18650 Li-Ion Akkus für bis zu 14 h Power (3,6 V x 2600 mAh)
  • Neuer Mechanismus für die Verriegelung der Achsen
  • Smartphone Halterung aus Metall die in Größe und Winkel flexibel ist
  • Follow Fokus mit genug Power auch fürs Zoomen (z.B. am Tamron 28-75)
  • Transmission Kit als externer Monitor verwendbar (auch ohne Gimbal)
  • Reichweite Transmission Kit bis zu 100 m (noch nicht getestet)

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Homepage von Zhiyun oder im Benutzerhandbuch (Link).

Verarbeitung und Qualität

Die Verarbeitung und das Design ist Zhiyun wirklich gelungen. Es ist eine gute Mischung aus Metall und Kunststoff, sodass das Gimbal nicht billig wirkt und sich so anfühlt, es aber auch nicht super schwer ist.

Die Achsen drehen sich geschmeidig, die Oberflächen fühlen sich gut an und der Kamera-Sitz sieht robust aus.

Das Display ist vollkommen ausreichend, um die nötigsten Informationen anzuzeigen und die Tasten haben auch einen angenehmen Druckpunkt. Der Joystick fühlt sich angenehm an (im Gegensatz zum Crane 3 LAB) und kann leicht bewegt werden.

Die Verriegelungsschieber sind zwar super praktisch aber können auch leicht unabsichtlich betätigt werden. Besser gelöst ist es beim Crane 3 Lab, bei dem es Kipphebel statt Schieber sind. Trotzdem vertraue ich den Verriegelungen voll und ganz meine Kamera an, wenn ich zwischen den Locations wechsel und nicht das ganze Setup abbauen möchte.

Weebill S Einrichtung und Kalibrierung

Zu Beginn sollte man alle drei Achsen des WEEBILL-S sperren und anschließend nacheinander die Achsen zu entriegeln und einzustellen.

  • Als erstes wird die Verriegelung der Neigungsachse gelöst und anschließend die Schnellwechselplatte gelockert (Achtung – Kamera kann verrutschen!). Jetzt kann man durch das Bewegen der Platte vor- und zurück die Position ermitteln, in der die Kamera nicht mehr kippt. Jetzt kann die Schnellwechselplatte wieder fixiert werden.
  • Als nächstes richtet man das Objektiv nach oben aus, löst die Rändelschraube der Neigungsachse ein wenig und bewegt die Kamera nach oben und unten bis die Kamera sich nicht mehr von alleine in eine Richtung bewegt und senkrecht stehen bleibt. Alles wieder festschrauben und weiter gehts.
  • Im dritten Schritt wird die Rollachse und die Schnellwechselplatte entriegelt. Durch langsames bewegen nach links und rechts kann die korrekte waagrechte Position gefunden werden.
  • Im letzen Schritt wird die Schwenkachse entriegelt und durch die Rändelschraube ein wenig gelöst. Wenn das Gimbal um 90° verkippt wird, kann auch hier die korrekte Ruheposition ermittel werden.

Abschließend sollte noch das Motormoment eingestellt werden, damit ihr immer optimal unterwegs seid. Das geht jetzt ganz automatisch im Menü –> Motor –> Automatisch (nach rechts drücken zum Bestätigen). Das Gimbal vibriert kurz und ein „ √“ erscheint auf dem Display.

In diesem Video von Peter Makholm wird die Reihenfolge nochmal detaillierter beschrieben. Übrigens: Toller YouTuber mit gutem und informativem Content!

Funktionsmodis

  • PF (Schwenk-Folgen Modus): Schwenker funktionieren, aber Neigen und Rollen ist blockiert
  • L (Verriegelungsmodus): Alle Achsen sind geblockt, sodass die Kamera immer in die selbe Richtung schaut.
  • F (Verfolgermodus): Der Stabilisator folgt Schwenk- und Neigbewegungen.
  • POV (Blickwinkelmodus): Alle Bewegungen werden gefolgt (auch Neigung des Gimbals zur Seite).
  • V (Vortex Modus): Kamera kippt um 90° und das Rollen der Kamera ist über den Joystick möglich.
  • Go Modus (schneller Modus): Gimbal folgt allen Bewegungen sehr direkt und ohne Verzögerung. Gerade für schnelle Bewegungen sehr wichtig.
Quelle: Benutzerhandbuch Weebill s

Weebill S Zubehör

Follow Focus & Transmitter Kit

In meinem Weebill s Set sind unteranderem der Follow Focus und das Transmission Kit dabei gewesen (Link). Natürlich kann man es auch separat kaufen, was aber in Summe deutlich teurer ist. Ich habe mich für das Set entschieden, da ich auf meinen alten externen Liliput a7s Monitor (Link zum Beitrag) verzichten und stattdessen mein Smartphone benutzen wollte. Der Folllow Focus war für mich eher „nice to have“ und eine nette Spielerei als das ich ihn wirklich benötigt habe. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Der Follow Focus Motor ist einfach über eine Verbindungsstange an die Schnellwechselplatte anzubringen. Der Neigungswinkel vom Motor sollte passen. An euer Objektiv müsst ihr vorher den mitgelieferten Zahnriemen befestigen. Das USB-C Kabel wird an der Neigungsachse vorne befestigt. Das hintere Micro-USB Kabel ist fürs Transmission Modul oder das Gimbal selbst. Dauert alles keine 5 Minuten. Natürlich dann nochmal die Kalibrierung vom Gimbal durchführen.

Was mich am Follow Focus etwas stört ist das etwas kurze Kabel, wenn der Motor auf der rechten Seite sitzt (von vorne betrachtet). Dadurch wirkt das Kabel unter Spannung und könnte auf Dauer schaden nehmen. Ein weiterer Punkt ist sind die ganzen Hebel, die irgendwie immer im Weg sind, wenn ich den Schlitten der Schnellwechselplatte lösen möchte. Aber das sind natürlich alles nur Kleinigkeiten.

Für das Transmission Modul muss die mitgelieferte Platte unter der Schnellwechselplatte mit zwei Schrauben befestigt werden. Das Modul selbst wird dann nur noch von vorne aufgesteckt, bis es einrastet. Super leicht und schnell. Ich habe aber immer noch etwas Bauchweh, ob das tatsächlich in der Verriegelung hält. Das wird die Zeit noch zeige. Das Smartphone wird dann in der Zhiyun App extra mit dem Transmission Modul verbunden (nicht über das Gimbal). Die Funktionen reichen von Gitter über Fokus Peaking bis hin zu benutzerdefinierten LUTs. Der Akku von dem Ding kann dann über das Gimbal geladen werden. Alles Top!

Die Smartphone Halterung ist echt heavy! Zuerst dacht ich mir: „50€ für eine Handy Halterung? Die spinnen doch!“. Aber wenn man das Teil mal auspackt und sich anschaut versteht man (zumindest etwas) den Preis. Super gut verarbeitet, mit ausreichendem Widerstand schwenkbar und gut zu befestigen.

Zusatz Griff / Dual-Handheld

Das Gimbal ist echt super leicht und handlich. Aber mit einem großen Setup und bei einem langen Drehtag wird auch dieser kleine Panzer für eine Hand zu schwer (ca. 3,2 kg mit allem drauf, ca. 1,7 kg ohne Kamera, Objektiv und ohne Mikrofon und ca. 1,3 kg nur Gimbal mit Stativ). Dagegen hilft aber ein zusätzlicher Griff und da ist die Auswahl ist riesig. Ich habe mich für den von Agimbalgear entschieden und bin bis jetzt sehr zufrieden (Amazon Link). Er ist vollständig aus Metall (ca. 0,3 kg), was zwar Vorteile in der Stabilität hat aber nachteilig im Winter ist (kalte Oberfläche). Auf den Griff passt sehr gut ein zusätzliches Mikrofon, Monitor oder Videolicht drauf.. Die vielen Gewindebohrungen bieten ebenfalls sehr viel potential für zusätzliches Equipment.

Quick Setup Kit

Dieser geniale Mechanismus ist jeden Euro wert, den er kostet (by the way – es sind nur knapp 44 € für 2 Stück – Link)! Mit diesen Sperrmachanismus könnt ihr super schnell zwischen den beiden Positionen (Stativ unten und Griff oben) wechseln und müsst nicht schrauben. HAMMER GENIAL!

Verbindung Sony a7III zu Weebill S um Blende / ISO / Zeit zu steuern

Die Überschrift wird euch vielleicht etwas verwirren. Das hat mich auch sehr verwirrt. Als ich nach dem Weebill S gesucht habe, bin ich über ein Hack-Video gestoßen. In diesem wurde erklärt, wie man seine Sony a7III zum Weebill S verbinden muss, damit die Fernsteuerung über das Gimbal möglich ist. Ich dachte mir nur: Hääää?! Geht das sonst nicht? Im Datenblatt nachgelesen und da steht es wirklich auch drin…

Aber keine Sorge, mit diesem kleinen Trick geht das dann trotzdem.

  1. Ihr müsst statt dem Micro-USB Kabel das USB-C Kabel verwenden.
  2. Im Gimbal-Menü eine andere Kamera wählen. Ich verwende hier Panasonic.
  3. Auswählen und FERTIG

Warum das so ist? Keine Ahnung! Falls ihr das wisst, dann schreibt es doch bitte in die Kommentare.

Fazit

Ich liebe dieses Gimbal! Es ist für mich der perfekte Begleiter und eine Mischung aus Leichtgewicht und Kraftprotz. Mein alter Crane Plus war mir am ende etwas zu unpraktisch und der Crane 3 Lab viel zu groß und schwer für meine Anwendung und mein Setup. Danke Foto-Leistenscheider für das Produkt & den tollen Rabatt.

Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Videodrehs, sobald die Corona-Krise vorbei ist. Dann folgen auch Videos hier auf diesem Kanal (und natürlich auch auf Youtube). Bis dahin – bleibt Gesund 🙂

2 Gedanken zu “Zhiyun Weebill s – Erster Eindruck und Test

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