Zhiyun Crane Plus – perfekter Gimbal für die Sony a7III

Jeder Filmer kennt das Problem mit den Verwacklungen im Bild beim gehen oder Schwenken. Ein Bildstabilisator in der Kamera oder dem Objektiv kann hier zwar helfen aber reicht meistens nicht aus, wenn man sich schnell fortbewegen muss. Heutzutage helfen uns aber die sogenannte „Gimbals“, um diese Situationen zu besser zu meistern. Und wer jetzt denkt: „Das können sich doch nur Profis leisten“ liegt in der heutigen Zeit nicht mehr ganz richtig. Gute Gimbals gibt es auch schon für den kleinen Geldbeutel! Das beste Beispiel ist der Zhiyun Crane Plus.

Dieser Beitrag bzw. dessen Bewertung wurde nicht finanziert oder gesponsert! Die Sachen wurden selbst gekauft und getestet. Dieser Beitrag enthält Amazon & Ebay Affiliate Links, wodurch ich eine Provision erhalte, wenn Ihr Produkte über diesen Link kauft und für euch kostet es keinen Cent mehr.

Auf Amazon kostet das gute Stück aber stolze 519 € (Amazon Link). – Auf eBay habe ich es für nur 327 € (eBay Link) gesehen …. 327 € !!! Wow, das ist mal ein super Schnäppchen oder was meint ihr!? Es kommt dann zwar aus Niederlande aber kann mir ja eigentlich egal sein oder? Ich konnte nicht widerstehen und habe es mir einfach mal bestellt – Und eins vorweg: Ich bin begeistert!

Edit 10.11.2018: Das Angebot von mir gibt es aktuell nicht mehr auf eBay – Dafür ein neues für sagenhafte 309,80 €  (eBay Link) !!! Ich werde verrückt.

Wer sich nun aber die Frage stellt, wieso das Ding eigentlich „Plus“ heißt und ob es eins ohne Plus gibt, dem will ich hier ein paar Fakten nennen.

Unterschied zwischen Crane V2, Crane Plus

Optisch unterscheiden sich die zwei Modelle so gut wie gar nicht voneinander. Aber wir wissen ja, dass es auf die innereren Werte ankommt. Das V2 Modell ist dem Plus meiner Meinung nach in vielen Punkten unterlegen und ist einfach nur der Vorgänger vom Crane+. Angefangen bei der maximalen Traglast (Crane V2 = 1,8 kg & Crane+ = 2,5 kg) bis hin zur Objektverfolgung, die nur mit dem Crane+ funktioniert. Nicht zu vergessen ist auch der Lieferumfang, bei dem das Plus Modell ebenfalls die Nase vorne hat. Alles in allem könnt ihr euch natürlich aus selbst ein Bild vom Crane+ machen und die Modelle auf der Homepage von Zhiyun Crane vergleichen – Link.

Es gibt auch noch den Crane 2, was das größte Modell von Zhiyun ist und mit noch viel mehr Spielereien, höherer Traglast (3,2 kg) und mehr Zubehör kommt. Dieses Gimbal kostet dann aber auch stolze 679 € (Amazon Link).

Lieferumfang Crane Plus

Der Koffer vom Crane Plus ist voll gepackt mit tollen Sachen die das Leben schöner machen…. ääähm, zumindest das Filmen schöner machen.

Zusätzlich zum Gimbal, den Akkus und dem Ladegerät erhält man beim Plus noch je ein Kabel für seine Sony und Panasonic Kamera und ein Tripod „gratis“ dazu. Und das ist sicher das Zubehör, das man sich als V2 & Sony Nutzer definitiv kauft oder was meinst du Bossphotografie?

Lieferumfang Crane Plus
Sony a7III auf dem Crane+

Verarbeitung – Haptik und Qualität

Die Verarbeitung ist 1A! Es fühlt sich alles sehr hochwertig und robust an. Ich würde jetzt mal auf eloxiertes Aluminium und Kunststoff tippen. Die einzelnen Motoren laufen sehr ruhig und sehr angenehm. Alle Verschraubungen, Schienen und Gewinde sind ebenfalls sehr leichtgängig. TIP-TOP!

Die Aufnahmeplatte für die Kamera ist groß genug und bietet auch noch Platz für eine Schnellwechselplatte. Ich habe fürs Erste darauf verzichtet und meine Sony a7III direkt mit der mitgelieferten Schraube an der Aufnahme befestigt. Zu meinem Haupt-Film-Setup gehört die Sony a7III, das SEL28F20 und das Rode VidMic Go. Dieses Setup bringt ein Gewicht von ca. 950 g auf die Waage und kann demnach noch locker vom Crane+ bedient werden. Selbst mit dem genialen 85 mm 1.8 Portrait Objektiv von Sony, das wir für euch getestet haben (Link zum Beitrag), habt ihr noch genug Puffer beim Gewicht. Je nach Lichtsituation sind auch ND-Filter beim Filmen notwendig, die ihr mit ins Gewicht rechnen und beim Ausbalancieren auf dem Gimbal montiert haben solltet. Ich bin mit den recht „günstigen“ ND Filter von Haida (Amazon Link) sehr zufrieden.

Rode Mikrofon auf der a7III und dem Crane Plus

Kamera und Crane+ ausbalancieren

Beim Ausrichten ist es wichtig, dass die Kamera möglichst gut im Schwerpunkt liegt und die Motoren dementsprechend weniger arbeiten müssen. Das sorgt für einen geringeren Stromverbrauch und schont auch euer Gimbal. Das macht ihr am Besten beim ausgeschaltetem Gibmal!
Die Anleitung zum Crane Plus findet ihr übrigens hier – Link.

Ihr habt vier Einstellmöglichkeiten: Die Kamera auf der Platte (vor – zurück), die Achse rechts (hoch – runter), die Achse hinten (rechts – links) und die untere Achse (Gesamt vor – zurück). Und genau in dieser Reihenfolge richte ich meine Kamera aus. Ich beginne damit, die Kamera vor und zurück zu bewegen, bis sie nicht mehr von alleine nach vorne oder hinten kippt. Falls es nicht auf Anhieb perfekt klappen sollte, kann es auch am falschen Schwerpunkt der Kamera liegen, den ihr mit der rechten Gimbal-Achse einstellen könnt. Einfach mal die Kamera etwas hoch oder runter verschieben und schauen ob es besser wird. Gegebenenfalls nochmal die Kamera auf der Platte verschieben. Jetzt könnt ihr durch die hintere Achse das kippen zur Seite minimieren, indem ihr auch hier die Schraube löst und den Schieber Stück für Stück bewegt, bis das eure Kamera nicht mehr von alleine zur Seite kippt. Zu guter Letzt kommt die untere Achse, die ihr ebenfalls einstellen solltet, auch wenn man eine Fehlstellung nicht sofort bemerkt. Zum Testen kippt ihr einfach euer Gimbal etwas nach vorne und schaut, ob die Kamera zur Seite wegdriftet. Falls ja, müsst ihr auch hier etwas nachkorrigieren. Aber was schwafel ich hier überhaupt so viel… in dem folgenden Video von Zed Pro Media wird doch alles bestens erklärt.

Kritikpunkte am Crane Plus

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, bin ich ein Fan von diesem Gimbal. Ich bin einfach fasziniert, wie einfach es heutzutage geworden ist, tolle Aufnahmen zu machen. Kein Verwackeln mehr beim Gehen oder Schwenken und das eigene Zittern ist auch nicht mehr zu sehen. HAMMER!

Trotzdem habe ich noch ein paar Kleinigkeiten, die mich stören. Ein Punkt der mich während der Aufnahmen ein wenig genervt hat ist, dass die hintere Achse vom Gimbal voll im Blickfeld ist. Die verdeckt einen Teil vom Display und macht es schwieriger alles im Blick zu behalten. 

Man kann zwar immer noch genug erkennen aber das müsste eigentlich nicht sein, wie man teilweise bei der Konkurrenz sehen kann (DJI Ronin S). Aber Zhiyun schläft ja nicht und geht scheinbar jetzt auch dieses Weg, was das kürzlich neuen vorgestellte Weebill Lab beweist. Sieht wirklich sehr „nice“ aus und würde mich auch total reizen es zu testen 😉 – Link zum Weebill Lab.

Ein weiterer Kritikpunkt in meinen Augen ist die fehlende Akku-Anzeige. Hier hatte ich schon öfters bammel beim Videodreh, dass mir der Akku vielleicht gleich leer gehen könnte. Zum Glück hat es aber immer gereicht (12-18 Stunden können echt lang sein). Eine kleine Anzeige wäre aber ziemlich nett und würde mich entspannter durch den Drehtag lotsen.

Fazit

Ich durfte jetzt schon zwei Hochzeiten filmen, bei denen ich den Crane V2 (vielen Dank an Bossphotografie fürs Ausleihen) und den Crane+ testen konnte. Beide Gimbals sind sehr gut und erfüllen ihren Zweck und helfen ungemein bei den Aufnahmen. 

Jedoch hatte ich mit dem V2 ab und zu einen kleinen „Aussetzer“ bzw kleine Vibrationen, die vor allem beim Slide nach oben aufgetreten sind. Kann natürlich auch an mir liegen, dass ich einfach zu blöd für die Bedienung bin… 😀 Mit dem Crane Plus ist mir aber nichts dergleichen aufgefallen.

Für alle, die nicht genug von der a7III und dem Crane+ bekommen können, für die habe ich hier noch ein Video mit Tipps & Tricks von Jason Vong, das mir bei meinen Setup und den Einstellungen sehr geholfen hat.

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