Test und Erfahrung Nitecore USN4 Pro

Endlich ein vernünftiges Ladegerät für den NP-FZ100. Warum endlich? Bisher habe ich einige Ladegeräte getestet, war aber mit keinem so zufrieden, dass ich es behalten hätte.

Anzeige: Das Ladegerät wurde mir von Nitecore-Shop.de zur Verfügung gestellt. Trotzdem berichte ich wie immer neutral und unvoreingenommen. Wenn ich euch etwas empfehle, dann bin ich auch überzeugt davon und nutze es selbst.

Schon seit längerem habe ich Kontakt mit Nitecore und dem Nitecore-Shop (Link) in Deutschland, denn ich wollte mehr Details und Dinge, wie Erscheinungsdaten und so weiter, wissen. Besonders im Nitecore-Shop habe ich immer sehr schnell eine freundliche und kompetente Antwort erhalten. Vermutlich haben sie mir deshalb eines der Geräte zugesendet, damit ich eigene Tests machen und euch berichten kann. Besonders daran ist, dass es sich um ein Photokina-Modell handelt, weil das Gerät in Deutschland noch nicht verfügbar war. Inzwischen könnt ihr es hier (LINK) erhalten. Vielen Dank dafür!

Meine Ansprüche

Zugegeben: Meine Ansprüche an das Ladegerät sind hoch!

Das Ladegerät sollte 2 Akkus gleichzeitig laden, der Ladestrom sollte nah an dem von Sony (1600 mA) liegen, nicht viel niedriger, aber auf keinen Fall höher. Da ich unterwegs auch im Auto und über eine Powerbank laden möchte, muss die Möglichkeit bestehen über USB zu laden. Da ich die Kapazitäten meiner Sony und Fremdhersteller-Akkus überwachen möchte (vor allem für den Beitrag LINK), muss eine Kapazitätsanzeige verbaut sein. Das Ladegerät muss mehr anzeigen als nur „Lädt“ und „Akku voll“.

Hähnel Pro Cube 2

Zunächst dachte ich der Hähnel Pro Cube 2 erfüllt fast alle meine Ansprüche, allerdings zeigten sich schnell einige Schwächen.

Der Stylefaktor ist wohl unschlagbar. Wirklich hübsch! Aber! Die USB-Buchse kann nur zum Laden anderer Geräte verwendet werden, dann können jedoch keine Akkus gleichzeitig geladen werden. Auch die Idee 4 AA-Akkus laden zu können ist wirklich nett, das geht aber auch nur, wenn wirklich 4 Akkus eingelegt sind. Das verrät, dass die Akkus beim Laden in Reihe geschaltet sind. Soweit ich weiß funktioniert das nur gut, wenn alle 4 Akkus wirklich genau gleich leer sind (was schon aufgrund der Herstellungsschwankungen eher unwahrscheinlich ist), sonst werden einige Akkus nicht ganz voll und andere dafür überladen. Auch nicht ganz so toll war, dass das Ladegerät keinen C-Kontakt hat, der Infochip wird also nicht ausgelesen.

Alles nicht so schlimm. Was mich wirklich enttäuscht hat war, dass die Anzeige der Kapazität (mAh) einige Zeit nach dem der Akku vollgeladen war erloschen war. Als ich also meine Akkus abends in den Pro Cube 2 gepackt habe, wurde mir am Morgen die Kapazität nicht mehr angezeigt. Schade!

Nitecore USN4 Pro

Nach langer Suche bin ich auf Nitecore gestoßen. Leider gab es da bisher nur ein Ladegerät für die NP-FW50, aber das hat sich jetzt geändert! Der USN4 Pro lädt den neuen NP-FZ100.

Die Optik und Haptik

Nitecore ist eigentlich bekannt für Ultra-High-Power-Taschenlampen, vor allem für Jagd- und Militär-Anwendungen. Von der Taschenlampe über deren Akkus sind sie wohl irgendwann bei Ladegeräten gelandet. Jedoch erkennt man den Ursprung der Firma immer noch deutlich. Das Ladegerät wirkt wertig, stabil und irgendwie „militärisch“. Wäre der Hähnel ein Auto wäre er optisch wohl ein Porsche, der Nitecore wäre eher ein Leopard-2-Panzer. Ob einem das gefällt ist Geschmackssache, aber mir gefällt es auf jeden Fall sehr gut. Aufgrund der Optik war ich sehr überrascht, als ich das Ladegerät in die Hand nahm. Es ist doch sehr kompakt und mit 96 g auch sehr leicht.

Display

Beim Anschließen fiel mir sofort auf, dass das Display nicht besonders hell ist. Zunächst dachte ich mir „Na toll! Das kann man bei praller Sonne bestimmt schlecht ablesen.“ Bei meinen Ladetests sind mir dann aber zwei Dinge aufgefallen:

  1. Man lädt sehr selten draußen und in der prallen Sonne
  2. Ein helleres Display würde mich zum Beispiel in einem Hotelzimmer nachts furchtbar stören – und das Abdecken von Ladegeräten ist nie eine gute Idee

Für mich bietet die moderate Displayhelligkeit also mehr Vor- als Nachteile.

Zahlen und Fakten

Power

Der USN4 Pro kann über USB geladen werden. Für den maximalen Strom von 1200 mA bzw. 2x 800 mA (bei 8,4 V) muss jedoch min. Quickcharge 2 (QC 2.0) unterstützt werden. Sehr viele Ladegeräte verfügen aber inzwischen sogar über QC 3.0 (Das ist natürlich auch OK). Dank des USB-Anschlusses kann aber auch an Powerbanks oder sogar USB-Solarpanels geladen werden.

 

Elektronik

Vor dem Laden wird ein ganz schwacher Strom in den Akku geleitet und der Innenwiderstand des Akkus ermittelt. Daraus wird der Akkuzustand ermittelt und in „Good“, „Normal“ und „Poor“ angezeigt.

Beim Laden wird automatisch zwischen CC und CV gewechselt. Davon kriegt ihr zwar nichts mit, aber auf diese Weise wird das Laden optimiert.

Beim Laden wird die geladene Kapazität (eigentlich die mAh) angezeigt und das auch noch am nächsten Morgen. Gut oder?

Der Ladezustand wird in 5 Stufen angezeigt – was will man mehr?

Ach so ja, eines könnte man noch mehr wollen. Den C-Kontakt, der mittlere Kontakt des NP-FZ100, welcher der Kommunikation mit dem Infochip dient, findet man außer beim Original nirgends, aber am Nitecore kann man ihn deutlich erkennen.

Da ich im Datenblatt (Link) keine Informationen dazu fand, habe ich direkt bei Nitecore nachgefragt und folgende Antwort bekommen:

Dear Dominik,

 

Thanks so much for your detailed reply.

 

Yes, the infochip on the USN4 Pro is used to

contacted the battery, not for decoration.

It hast he same function as Sony chargers.

…“

Welche Informationen ausgetauscht werden, wollte mir der Hersteller jedoch nicht sagen.

Anschluss

Die Vorgänger von Nitecore haben oft Kritik dafür geerntet, dass das Kabel sehr kurz ist. Für eine mobile Nutzung mag das sehr vorteilhaft sein, für die dauerhafte Verwendung konnte das nerven.

Hier hat Nitecore zugehört. Das Kabel ist nicht mehr fest verbaut, sondern unten am Ladegerät mittels Micro-USB verbunden. Dort kann man es einfach abstecken und sein Wunschkabel anbringen.

Größe und Gewicht

Das Ladegerät hat Abmessungen von 12,5 x 7,0 x 2,9 cm und wiegt 96 g

Laden

Im Test habe ich das Laden von ein und zwei Akkus beobachtet. Zunächst war ich enttäuscht, weil das Gerät statt mit den versprochenen 1200 mA und 2×800 mA nur mit 900 mA und 2×600 mA lud. Es stellte sich aber schnell heraus, dass die versprochene Leistung mit meinen anderen Ladegeräten tatsächlich gebracht wurde.

Bei 2 Akkus gleichzeitig kann ich die Ladedauer, die auf der Homepage angegeben ist (4h) nicht bestätigen, denn mit dem Baxxtar und dem Patona gleichzeitig hat es sogar nur 3 Stunden und 31 Minuten gedauert, bis beide voll geladen waren.

Bei 1 Akku im Ladegerät habe ich den Sony-Original-Akku verwendet. Diesen zu laden hat 2 Stunden und 36 Minuten gedauert. Ich habe nebenbei auch die Temperatur gecheckt, diese ist dabei aber nicht über 30 °C gestiegen. Temperaturtechnisch muss man sich also keine Sorgen machen.

Übersicht Ladegeräte

Fazit:

Pros:

  • Schnelles Laden mit QC 2.0
  • Laden über USB
  • Anzeige für mAh, Spannung, aktueller Ladestrom, Akkuzustand und Akkukapazität
  • 2 Akkus können gleichzeitig geladen werden
  • Es wird mit dem Infochip kommuniziert

Cons:

  • Laden über USB-C könnte die Leistung noch weiter steigern

Der Nitecore USN4 Pro hat mich in allen Belangen überzeugt. Die maximale Ladeleistung von 13,4 W ist super. Die Anzeige mit Akkuzustand, geladener Kapazität, Ladestand, Ladestrom und Spannung ist einfach genial. Dass man über USB laden kann, ermöglicht es fast überall zu laden, notfalls auch von einer Powerbank. Das Kabel kann durch ein Micro-USB-Kabel in Wunschlänge ersetzt werden. Dass das Ladegerät sogar mit dem Infochip auf der Batterie kommuniziert, bietet sonst meines Wissens nach nur das original Sony Ladegerät. Die Verarbeitung ist einwandfrei. Das Gerät ist wertig, stabil und flexibel.

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