Sigma 85mm f1.4 Art mit E-Mount auf der Sony a7III

Bromance of the year – so sollte der Beitrag eigentlich heißen, aber danach googlet vermutlich niemand, der wissen will, wie sich das neue Sigma 85mm f1.4 Art mit E-Mount so schlägt.

Bei Fotografieren kommt es manchmal auf die Größe an. Zum Beispiel bedeutet ein großer Sensor viel Licht, eine große (offene) Blende Lichtstärke und große Linsen eine bessere Bildqualität, zumindest sagt das die Theorie. Hier wollen wir ein solches Beispiel mal unter die Lupe nehmen. Im heutigen Zweikampf stehen sich das Sigma 85mm f1.4 Art (endlich mit E-mount) und das Sony 85mm f1.8 gegenüber. Beide Gläser werden auf der Sony A7III getestet.

Laut Lehrbuch sollte das Objektiv mit den größeren Linsen bei gleicher Blende eine bessere Bildqualität bieten, da es weniger vom Rand der Linse nutzen muss, welcher für die Lichtbrechung nicht ideal ist. Zusätzlich werden mehr Linsen eingesetzt, um die Lichtbrechungsfehler zu kompensieren. Also sollte das Sigma ein besseres Ergebnis erzielen.

Das Sony 85mm f1.8 ist äußerst beliebt und auch Johannes ist mit diesem sehr zufrieden (Beitrag dazu). Da ich aber von der Bildqualität des Sigma 50mm f1.4 auf der Sony a68 so begeistert war, musste ich einfach das 85mm von Sigma haben.

Erster Eindruck

Ein besonderer Dank geht wieder raus an Leistenschneider (Homepage), der mich sofort auf die Vorbestellerliste gepackt und sein erstes Glas gleich mal per Express an mich rausgesendet hat! Dank deren Einsatz konnte ich das Objektiv jetzt schon ausführlich testen und euch nun berichten.

Dank des Einsatzes meiner Freundin (sie hat das Glas nachts noch aus der DHL-Expresszentrale geholt) konnte ich es auch gleich auf der Hochzeit von ihrem Bruder testen. Das Objektiv ist ziemlich groß und schwer, was sich aber irgendwie sehr gut anfühlt. Das gesamte Objektiv macht einen äußerst hochwertigen Eindruck. Ein AF-MF-Umschaltknopf ist vorhanden, eine Fokushaltetaste fehlt aber.  Der Fokus und insbesondere der Augenfokus ist schnell aber nicht lautlos. Wenn alles leise ist, kann man ihn deutlich verfahren hören. Das Geräusch ist aber satt und stört keineswegs. Sobald auch nur Kleidung raschelt hört man es nicht mehr. Eigentlich hört man es ohnehin nur, wenn man wegen solch einem Bericht genau hin hört, denn die Bildqualität zieht einem die Socken aus den Schuhen, da hat man kein Auge (oder Ohr) für etwas anderes. Das Bokeh ist der Hammer und die Personen werden regelrecht hervorgehoben …. I LOVE IT!

Der Vergleich Sigma 85mm f1.4 Art mit E-Mount vs. Sony 85mm f1.8

In Zahlen:

Sigma 85mm f1.4 Art

Max. Offenblende: f1.4

Gewicht: 1130 g

Filtergewinde: 86 mm

Preis: 1249 ,- (Leistenschneider)

 

Sony 85mm f1.8

Max. Offenblende: f1.8

Gewicht: 371 g

Filtergewinde: 67 mm

Preis: 599,- (Leistenschneider)

 

Johannes hat mir zu Vergleichszwecken sein 85mm f1.8 von Sony bereitgestellt. Als ich Zuhause ankam dachte ich zu erst „OH S**** – Falsches Glas“ denn das Sony ist so klein. Tatsächlich ist mir erst zu diesem Zeitpunkt aufgefallen, wie groß und schwer (mehr als 3 x so schwer) das Sigma ist …. Uffff!

Hier einmal beide Objektive nebeneinander, beide ohne Gegenlichtblende.

Also schnell etwas aufgebaut um ein bisschen die Bildqualität zu testen.

Was ihr auf den folgenden Bildern seht sind Bonnie und Clyde. Links (von euch aus) ist Clyde, dieser ist eher lässig und seine helle Haut soll feine, flache Strukturen widergeben – ähnlich wie menschliche Haut. Rechts seht ihr Bonnie. Sie trägt noch ihre Maske, was feine kontrastreiche Strukturen wie z.B. Wimpern, Haupthaare oder Kleidung widerspiegeln sollen.

Im Hintergrund seht ihr eine Lichterkette, an dieser sollten wir gut erkennen, wie das Bokeh ist.

Zu aller erst das Sigma ganz offen und leicht abgeblendet:

Man erkennt eindeutig, dass sich bei Blende f1.4 bei der Lichterkette leichte Katzenaugen statt runder Kreise außerhalb der Mitte bilden. Aber schon bei f1.8 sind die Kreise perfekt Rund und gleichmäßig. Wenn euch das nicht gefällt, dann weiß ich auch nicht!

Ach und so sieht übrigens eine Blende f1.4 aus:

Kann das Sony das auch?

Hier einmal beide Objektive bei Blende f1.8

Das Sigma kennen wir ja schon (ist aber immernoch ultra-nice), beim Sony sind deutlich Katzenaugen zu erkennen. Trotz der vielen Gläser ist das Sigma komischerweise gleich hell. 1:0 für das Sigma.

Bei Blende f8 nehmen sich beide Objektive auf den ersten Blick nicht viel:

Jetzt ein Blick ins Detail:

Zu erst sehen wir Clyde mit dem Sigma f1.4 vs. f1.8

Für mich unauffällig, seht ihr etwas Besonderes?

Dann kommt Bonnie mit dem Sigma f1.4 vs. f1.8

Der Ausschnitt ist sehr, sehr scharf aber beim genauen Hinsehen erkennt man Farbsäume.

Dann einmal im Vergleich zum Sony:

Sigma f1.8 vs. Sony f1.8

 

Sigma f8 vs. Sony f8

 

Bei Clyde fällt kaum ein Unterschied auf aber bei Bonnie sieht man doch sehr deutlich, dass das Sigma feine, kontrastreiche Strukturen deutlich schärfer abbildet.

Insgesamt konnte bei der Abbildungsleistung das Sigma das Sony übertrumpfen.

Der Augenfokus

Dem Sony 85mm f1.4 G-Master wird ja nachgesagt, dass der Autofokus ziemlich langsam ist. Gerne hätten wir auch das getestet, aber unser Budget ist beschränkt. Das Sigma hat mich hier echt überzeugt. Es war schnell und ohne irgendeine Form von vorhergehender Feineinstellung (was ja bei der Sony A68 dringend notwendig war) immer auf den Punkt.

Wir arbeiten gerade daran euch einen Blick durch unsere Kamera beim Shooten bereitzustellen. Dieses Video bekommt ihr so schnell wie möglich!

Fazit

Das Sigma hat keinen Fokushaltetaste und ist sehr schwer und sehr groß. Wenn dich das nicht stört oder du groß sogar magst, bekommst du dafür eine hammer Bildqualität und einen schnellen aber nicht geräuschlosen Autofokus.

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