Samyang 100 mm 1:2,8 Vollformat Makro-Objektiv für Sony E-Mount

Der Winter ist da und der zweite Lockdown hat uns voll erwischst. Jetzt heißt es möglichst zuhause bleiben und auf Shootings mit anderen Personen verzichten. Das heißt aber nicht, dass man allgemein aufs Fotografieren verzichten muss. Mit einem Makro-Objektiv kann man auch Zuhause oder im Garten Spaß haben. Ich habe mir das Samyang 100 mm 1:2,8 für meine Sony a7III zugelegt und möchte euch hier ein paar Testfotos vorstellen (Amazon Link). Eins aber gleich vorweg…. ich bin ein blutiger Anfänger, was Makro-Fotografie angeht. Aber Michael hat euch in seinem Pilz-Beitrag schon eindrucksvoll gezeigt, was man alles mit einem Makro-Objektiv, etwas Licht und dem nötigen Know-how machen kann (Link zum Beitrag).

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Zahlen, Daten & Fakten

  • Abbildungsmaßstab von 1:1
  • Blendenbereich: 1:2,8 – 32
  • Nahgrenze: ca. 30 cm
  • Linsen/Gruppen: 15/12
  • Filterdurchmesser: 67 mm
  • Gewicht: ca. 770 g (inkl. Gegenlichtblende und 2x Objektivdeckel)
  • Länge: 10-15 cm
  • Durchmesser: 72,5 mm
  • Voll manuell (kein AF, keine Blendenwert-Übermittlung)
  • Preis Amazon (Stand 18.12.21): 408,44 € (Link)
  • Preis eBay (Stand 31.03.2021): 350-500 € (Link)

Verarbeitung und Qualität

Das Gehäuse vom Samyang 100 mm ist aus Aluminium, Kunststoff und Gummi verarbeitet und fühlt sich gut und hochwertig an. Der Blendenring hat eine satte Klick-Rasterung, wodurch die Blendeneinstellung (2,8 – 32) fest in ihrer Einstellung bleiben und etwas schwieriger verdreht werden können. Das kann manchmal ein kleiner Nachteil bei Stativ-Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten sein, da hier ein leichtes Stativ zum Schwingen angeregt werden kann.

Der Fokusring ist schön breit ausgeführt und verdreht sich mit einem sehr angenehmen Widerstand. Durch die gleichmäßige und smoothe Fokussierung ist ein präzises Scharfstellen aus der Hand möglich (auch wenn mir das nicht unbedingt viel spaß macht und man genug Licht benötig). Das Bajonett ist aus Metall und die Kunststoff Mantelfläche hat eine leichte Struktur, wodurch Fingerabdrücke weniger deutlich sichtbar sind und das Objektiv optisch aufgewertet wird.

Die Gläser sollen laut Hersteller teilweise mehrfach vergütet sein, eine antireflektierende UMC-Beschichtung und ein HR- und ED-Glaselement besitzen. Dadurch sollen chromatische Aberrationen und Ghosting beziehungsweise Lensflares minimiert werden. Der Filterdurchmesser ist mit 67 mm in meinen Augen perfekt, da ich diese Filtergröße auch bei meinem Tamron- und Sony-Objektiv habe und mir so zusätzliche Filter sparen kann.

Die Gegenlichtblende ist durchgängig geschlossen und sehr groß. Passt aber zumindest optisch sehr gut zu dem sowieso sehr langem und schwerem Objektiv ohne Stativschelle! An der A7III ist das vermutlich kein Problem und das Bajonett hält das Gewicht locker aber an einer a6000 würde ich mir da wirklich sorgen machen.

Makro Aufnahmen

Und hier noch mal der Hinweis… ich bin kein Makro Fotograf. 😀 Aber mit diesem Objektiv wollte ich auch mal paar coole Aufnahmen probieren und in die „kleine Welt“ abtauchen.

Für die Aufnahmen habe ich unteranderem die Sony a7III, das K&F Consept Stativ mit schwenkbarem Mittelsteg und das Godox Ringlicht verwendet. Zuerst habe ich mir ein paar Sonnenblumenkerne geschnappt, die noch auf meinem Schreibtisch rumlagen (die Russen kennen es #SEMITSCHKI) und habe diese unter die „Lupe“ genommen (ISO 1000, Blende 8). Das Ergebnis ist nichts spektakuläres und war ernüchternd… Es bleibt halt die Tatsache: Der Fotograf macht das Bild und nicht die Kamera bzw. das Objektiv. Aber da kann das Objektiv ja nichts für mein fehlendes Können…

Aber bei diesem Test konnte ich zumindest gleich ein paar Sachen testen und ausprobieren. Unteranderem die Naheinstellgrenze, die bei ca. 30 cm (gemessen mit dem hochpräzisem pinken Maßstab abzüglich Höhe der Sonnenblumenkerne) liegt.

Als nächsten Test habe ich mich an eine Artischocke gewagt. Wurde zwar besser aber der WOW-Faktor fehlt auch hier.

Zu guter Letzt noch etwas Kaffee und ein Strauß getrockneter Blumen… alles was man((n) bzw. eher meine Frau) zuhause hat 🙂

Vignettierung und Schärfe

Um das Objektiv etwas besser bewerten zu können, habe ich wieder meine Testwand fotografiert. Dabei habe ich mich auf die Blendenwerte 2.8, 4, und 8 beschränkt. Man kann bei 2.8 eine Vignettierung erkenne. Auch ist die Schärfe bei diesem Blendenwert noch nicht voll da. Bei dem Blendenwert 4 nimmt schärfe deutlich zu und die Vignettierung reduziert sich ebenfalls. Bei Blende 8 nimmt die Vignettierung nochmals deutlich ab und schärfe nimmt nochmal leicht zu. Da man bei der Makrofotografie eh auf möglichst viel Schärfentiefe angewiesen ist, würde ich die Blende 8 und höher empfehlen.

Bokeh

Da das Objektiv nicht nur für Makros gedacht ist, sondern sich auch perfekt für Portrait-Fotos eignet, ist das Bokeh natürlich mindestens genauso wichtig wie Abildungsqualität und -maßstab. Hier muss ich sagen, dass mir das Bokeh sehr gut gefällt. Es ist „weich“ und unterscheidet sich stark von anderen Linsen wie beispielsweise das Tamron mit seinen „scharfen“ Außenringen an den Bokehballs. Dominik hat es in seinem Beitrag zum Sigma 85 mm 1.4 sehr gut erklärt und sogar die Lichtverteilung und ihre Homogenität bewertet (schaut vorbei – Link). Die Bokehballs am Samyang sind zwar bei Blende 2.8 nicht perfekt rund aber dafür schön homogen.

Fazit

Das Objektiv hält was es verspricht! Es bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und kann durch seine Abbildungsleistung überzeugen. Der manuelle Fokus und das hohe Gewicht (ohne Stativschelle) muss aber vor dem Kauf berücksichtigt werden. Das Bokeh ist sehr angenehm und weich, wenn auch ohne perfekt runde Bokehballs. Ich freue mich auf viele weitere Fotos mit diesem Objektiv.

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