W228 LED Video Lighting – Test und Erfahrung

Bestimmt kennt ihr schon unsere Tests zu den Blitzen (Godox TT685s  und Godox TT600s) aber manchmal braucht man einfach Dauerlicht. Das W228 LED Video Lighting (Amazon-Link) soll angeblich ordentlich Licht machen – das wollen wir doch mal sehen.

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Auf dem Markt gibt es hunderte LED-Leuchten für Kameras in verschiedenen Preis- und Leistungsklassen. Warum also ausgerechnet diese? Ausschlaggebend war die Leistungsangabe, nämlich ordentliche 20 Watt und dass die Lichttemperatur einstellbar und die Helligkeit dimmbar ist.

Bedienung:

Es liegt ein mini-Kugelkopf und eine Bedienungsanleitung auf Chinesisch und Englisch bei. Diese ist aber äußerst unnötig, da es nicht viel zu Verstellen oder Sehen gibt. Die 228 LEDs (19 x 12 Stück) sind im ausgeschaltetem Zustand abwechselnd gelb und orange. Es handelt sich um SMD-LEDs, was erstmal ein gutes Zeichen ist. Auf der Rückseite findet ihr den Akkuschacht und 4 rote LEDs, welche euch den Akkuzustand anzeigen sollen. Dazu später mehr. Auf der Unterseite befindet sich ein 1/4“ Schraubgewinde, wie es bei Kameras und Stativen üblich ist. Auf der Seite findet ihr einen Schalter zum Ein- und Ausschalten und 2 Einstellrädchen für die Farbtemperatur (3200 K oben und 6000 K unten). Es lassen sich also nur die kaltweißen LEDs insgesamt und die warmweißen LEDs insgesamt dimmen. Dreht man beide voll auf, sollte man die volle Power erhalten.

Knoepfe zum Einstellen
Hier kann an- und ausgeschalten und die LEDs gedimmt werden
Kalt vs. Warm
Kaltweiss und warmweiss leicht hochgedreht

Der mini-Kugelkopf hat unten einen Blitzschuh und ein 1/4“ Gewinde. Ihr könnt ihn also sowohl direkt auf der Kamera, als auch auf einem Stativ, befestigen.

LED-Leuchte mit Standfuss
Leuchte mit Fuss

Spezifikation:

Zunächst einmal die Specs auf der Schachtel:

Specification:

LED Quantity228PCS
MAX Output20W
Beam Angle90°
LED longevity50000hrs
Luminous Flux2000lm
Color Temperature6000K
Color Rendering index>=85%

Als Angabe fehlt leider, dass man die Leuchte nur mit NP-Fxxx-Akkus betreiben kann. Es gibt zwar Adapter für 6xAA-Batterien (Amazon-Link) jedoch bieten diese dann auch nur 6×3 Wh also 18 Wh (erste Näherung) bei Akkus mit 2500 mAh.

Laufzeittest:

Daher habe ich mich für die NP-F970 (Amazon-Link) entschieden. Diese bieten 6600 mAh bei 7,2 V. Das macht satte 47,5 WH (erste Näherung, der Aufdruck verspricht sogar 48,8 Wh), was weit mehr als der doppelten Kapazität der AA-Akkus entspricht.

Neewer Akkus
Die beiden dicken Akkus für den Test

Als kleinen Laufzeittest hatte ich die Leuchte voll aufgedreht und abgewartet was passiert. Schon nach kurzer Zeit stieg die Leuchten-Gehäuse-Temperatur auf 47 °C und stabilisierte sich da. Das ist zwar technisch unkritisch, zum dauerhaften Halten in der Hand aber schon grenzwertig.

LED-Anzeige auf LED-Leuchte
LED-Anzeige auf LED-Leuchte

Nach ca. 120 Minuten wurde die erste Zustands-LED langsam dunkler

nach ca. 180 Minuten wurde die zweite Zustands-LED langsam dunkler

nach ca. 220 Minuten gingen die dritte und vierte Zustands-LED gleichzeitig aus, die Leuchte leuchtete aber noch.

Die Anzeige ist also eher so zu verstehen

[O] Voll (100% – 55%)

[O] Halbleer (55% – 18%)

[O] Reserve (18% – 0%)

[O] Reserve (18% – 0%)

Die Gesamtlaufzeit bei voller Leistung beträgt mit NP-F970-Akku 3 3/4 Stunden.

Mit dieser Laufzeit lässt sich, denke ich, auch ein längeres Shooting durchhalten, zumal sich die Laufzeit ja noch verlängert, wenn man die LEDs dimmt.

Auf die Anzeige ist jedoch kein Verlass. Da die Leuchte weiterhin an war, denke ich, gibt es auch keinen Schutz gegen Tiefentladung. HIER MÜSST IHR AUFPASSEN! Sonst ist euer Akku gegebenenfalls hinterher defekt. Positiv ist, dass die Leuchte leer noch fast die gleiche Helligkeit hat wie voll geladen.

voll vs leer
LED-Dauerleuchte – voll (links) vs. leer (rechts)

Helligkeit:

Dreht man die Leuchte auf volle Power, ist diese überraschend hell! Ein direkter Blick in die Leuchte schmerzt in den Augen – ein gutes Zeichen! Um die Helligkeit zu vergleichen, habe ich in Octaboxen (Beitrag) einmal diese Leuchte eingebaut und einmal den Godox TT685s. Diesen habe ich dann schrittweise heruntergedreht, bis die Ausleuchtung ähnlich war.

Dauerleuchte vs. Blitz
Links LED Dauerleuchte – recht Godox TT685s

Bei etwa 1/128 Blitzleistung ist die Leuchtkraft vergleichbar –  Das ist für ein Dauerlicht mit Akkubetrieb recht ordentlich. Hier fällt aber die warme Temperatur der LED-Leuchte besonders auf.

Was noch geht:

Für Fotos und Videos sind die Leuchten also echt gut. Man kann sie aber auch sehr gut zweckentfremden. Fotografen sind ja meist auch Tüftler und Bastler. Da sich die Leuchte mit ihrem Kugelkopf frei drehen lässt, in der Helligkeit dimmbar ist, lange durchhält und immer bereit liegt, ist sie eine wunderbare Arbeitsleuchte für Arbeiten, die viel Licht benötigen oder an schlecht beleuchteten Plätzen stattfinden müssen. Daumen hoch auch dafür.

Andoer oder doch nicht?

Nachdem ich von der Leuchte überzeugt war, habe ich mir gleich noch eine zweite geholt. Diese hatte jedoch keine „Andoer“-Aufdruck. Optisch, haptisch und auch von der Helligkeit ist sie jedoch genau gleich. Namen sind eben nur Schall und Rauch…

Beide gekauften LED-Leuchten im Vergleich
Erste gekaufte Leuchte vs. zweite – Mit und ohne Branding

Fazit:

Die Leuchte ist wirklich hell, hält lange durch (je nach Akku) und lässt sich sehr einfach bedienen. Da es für die zwei unterschiedlichen Farbtemperaturen aber nur jeweils ein Einstellrädchen gibt, kann diese bei höherer Leuchtkraft nicht mehr verstellt werden. Auch die Akkus sind leider relativ teuer, hier wäre ein alternativer Schacht für AA-Akkus wünschenswert. Die Betriebstemperatur bei voller Power ist mit ca. 47 °C grenzwertig aber noch OK. Ich habe mir gleich nach der ersten noch eine zweite geholt (siehe oben), weil sie mich wirklich überzeugt haben.

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