Entfesselt blitzen mit Neewer TT560

Es ist dunkel, die Zeit scheint still zu stehen. Und plötzlich, nur für einen Sekundenbruchteil ist es taghell. Was war das? Das kann doch nur ein Blitz gewesen sein – aber draußen scheint es nicht zu Gewittern, also doch was anderes oder? Nein, es ist ein Blitz. Aber nicht direkt aus der Kamera sondern aus der hinteren Ecke des Zimmers – entfesselt blitzen ist echt nice.

Hintergrund

Für welche Situationen benötige ich ein externes Blitzgerät und wann kann ich darauf verzichten? Diese Fragen stellte ich mir zu Beginn, als ich vom entfesselten Blitzen zum ersten mal gehört habe. Und was ist das überhaupt, dieses entfesselte Blitzen? – Danke hier an dieser Stelle an Krolop und Gerst (VideoBlog) die mich „überzeugt“ haben, dass ich sowas unbedingt „brauche“…. (ihr wisst schon -.-)

Was versteht man unter entfesselt blitzen? Entfesseln steht hier für das (räumliche) Trennen von Blitz und Kamera. Dabei kann der Blitz am anderen Ende des Raumes stehen und wird entweder über Infrarot, Funk oder durch das Blitzlicht eines anderen Blitzes (z.B. dem meist verhassten kamerainternen Blitz) ausgelöst.

Neewer TT560

Ganz wichtig zu Beginn: Dieser Beitrag bzw. dessen Bewertung wurde nicht finanziert oder gesponsert! Die Sachen wurden selbst gekauft und getestet. Wir verdienen kein Geld mit den Links.

Das erste Schätzchen, das ich ergattern konnte ist der Neewer® TT560. Dieser ist kein TTL Blitz, das heißt es findet keine Kommunikation zwischen Kamera und Blitz statt, wodurch die Blitzleistung zur Belichtung nicht automatisch angepasst wird. Also vier AA-Akkus ins Fach einlegen, alle Einstellungen an Kamera und Blitz manuell tätigen und los geht’s.

Aber was kann man überhaupt alles einstellen und welche Bedeutung haben die ganzen Tasten?

Die Leistung kann über die +- Tasten von 1/128 bis zu 1/1 (volle Power) eingestellt werden. Je höher die Leistungsstufe gewählt wird, umso länger dauert es bis der Blitz nach dem Foto wieder Einsatzbereit ist. Das liegt an der Aufladung der Kondensatoren, die über die Akkus versorgt werden. Selbstverständlich variiert die Zeit der Aufladung auch mit der Akku Qualität und deren maximalem Entladestrom.

Der Reflektor lässt sich wie üblich horizontal drehen und Vertikal schwenken, was das indirekte Blitzen ermöglicht (z.B. gegen eine Wand oder Decke).

Neewer hat den TT650 mit drei verschiedenen Modi ausgestattet –> M, S1, S2.

Im M-Modus wird die Kamera durch einen Funkauslöser oder als Aufsteckblitz verwendet und blitzt synchron zum Auslösesignal.

Die beiden Slave Modi sind zum losgelösten blitzen mit dem integriertem Sensor im TT650. Der S1-Modus löst direkt beim Erkennen eines anderen Blitzes (über den integrierten Lichtsensor) aus. Im S2-Modus, ignoriert der Blitz das erste Blitz-Signal und löst erst beim Zweiten aus. Diese ist praktisch, wenn z.B. ein „Vorblitz „genutzt wird.

Zwar erkennt das Blitzsystem automatisch über den Sensor den Internen Blitz beim Fotografieren aber wie oft will man schon beide Blitze nutzen? Doch wohl eher selten oder? Also vielleicht durch einen kleinen Funkauslöser das ganze etwas ergänzen bzw. tunen?

YONGNUO RF-602/C

Der Funkauslöser von YONGNUO RF-602/C passt perfekt zur Sony Kamera und wurde nach den ersten Tests von Dominik auch von mir über Amazon erworben (wenn ich das so schreibe fällt mir irgendwie auf, dass ich mich sehr leicht überzeugen lasse…).

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Das Set aus Sender und Empfänger besitzt 16 Kanäle, die über die Kippschalter eingestellt werden können. Der Sender kann durch einen Taster per Hand den Empfänger bzw. den Blitz auslösen oder synchronisiert mit der Kamera über den Blitzschuh.

Das Kabel, das im Lieferumfang dabei liegt, ist für externe Studioblitze gedacht, die nicht auf den Empfänger aufgesteckt werden können. Nice to know aber für mich nicht wirklich relevant und so landet das Kabel vorerst in der Kabelkiste des Todes 🙂 Besser sind die dabei liegenden Batterien. Die guten alten AAA Batterien, die der Empfänger benötigt, sind meistens zu genügend Daheim aber eine CR2 Batterie für den Sender ist dann doch eher was besonderes.

Fazit

Durch das positionieren des Blitzes an verschiedenen Positionen ist es möglich das Motiv unterschiedlich auszuleuchten und dabei verschiedene Stimmungen im Bild einzufangen. In vielen Situationen ist einfach zu wenig Licht da! Verwackelungsfreie Bilder sind da nur noch schwer umsetzbar. Durch einen externen Blitz ist es möglich dem Ganzen entgegenzuwirken und dabei nur bestimmte Bereiche auszuleuchten. Auch indirektes „anblitzen“ über den kleinen ausklappbaren Diffusor, eine weiße Wand oder die Decke ist mit diesem Blitz optimal nutzbar.

Ist diese Kombination aus Blitz und Funkauslöser für knapp 58 € das beste Preis-Leistungsverhältnis? Man bekommt ein solides Produkt, dass für wenig Geld einem ambitioniertem Fotografen vollkommen ausreichen sollte.

Aber vielleicht gibt es noch andere Produkte, die ein klein wenig besser abschneiden… dazu mehr im nächsten Beitrag. Seid gespannt und bleibt geschmeidig 😉

11 Gedanken zu “Entfesselt blitzen mit Neewer TT560

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